GmbH vs. Einzelunternehmer
Ab wann lohnt sich eine GmbH? Vergleich: KöSt 23 % vs. Einkommensteuer und SVS für Ihren Jahresgewinn, 2026.
GmbH vs. Einzelunternehmer: Steuerbelastung vergleichen
- Tragen Sie Ihren erwarteten Gewinn vor Steuern und SVS ein. Der Rechner berechnet daraus Einkommensteuer und SVS für das Einzelunternehmen und die KöSt für die GmbH.
- Wie viel Prozent des GmbH-Gewinns nach 23 % KöSt wollen Sie jährlich ausschütten? 0 % bedeutet volle Thesaurierung (nur KöSt), 100 % volle Ausschüttung (KöSt + 27,5 % KESt, rund 44,2 % Gesamtbelastung).
- Laufende Mehrkosten einer GmbH gegenüber dem Einzelunternehmen: Jahresabschluss, Generalversammlung, Steuerberatung – typisch €3.000–8.000 pro Jahr.
- Der Rechner zeigt, ab welchem Gewinn und welcher Ausschüttungsquote die GmbH vorteilhafter ist und wie hoch der jährliche Unterschied ist.
Häufige Fragen
Ab wann lohnt sich eine GmbH in Österreich steuerlich?
Das hängt von Ausschüttungsquote und Mehrkosten ab. Als Faustregel wird die GmbH ab einem Jahresgewinn von €80.000 bis €100.000 interessant, wenn Sie regelmäßig Gewinne in der Gesellschaft lassen (thesaurieren). Wer alle Gewinne sofort entnimmt, braucht deutlich mehr Gewinn, damit sich die GmbH rechnet.
Wie hoch ist die Körperschaftsteuer (KöSt) in Österreich?
Die Körperschaftsteuer beträgt seit 2024 23 % des Gewinns (§ 22 KStG); sie wurde von 25 % (bis 2022) über 24 % (2023) gesenkt. Dazu kommt die Mindestkörperschaftsteuer von €500 pro Jahr, die auch bei Verlust anfällt und später angerechnet wird. Zum Vergleich: Ein Einzelunternehmer zahlt Einkommensteuer progressiv bis 50 % (55 % über €1 Mio.) plus SVS.
Wie wird eine GmbH-Ausschüttung besteuert?
Gewinnausschüttungen an natürliche Personen unterliegen der Kapitalertragsteuer von 27,5 %. Zusammen mit der KöSt von 23 % ergibt sich für ausgeschüttete Gewinne eine Gesamtbelastung von rund 44,2 % (23 % + 77 % × 27,5 %). Der Vorteil der GmbH liegt deshalb vor allem im einbehaltenen Gewinn.
Was bedeutet Thesaurierung in der GmbH?
Thesaurierung bedeutet, Gewinne in der GmbH einzubehalten statt auszuschütten. Einbehaltene Gewinne sind nur mit 23 % KöSt belastet. Die Gesellschaft kann dieses Kapital reinvestieren; erst bei späterer Ausschüttung oder beim Verkauf der Anteile fällt die KESt von 27,5 % an. Thesaurierung lohnt sich besonders, wenn Sie das Geld langfristig nicht privat brauchen.
Was sind die Nachteile einer GmbH?
Höhere laufende Kosten (Bilanzierung und Steuerberatung, typisch €3.000–8.000 pro Jahr), Gründungskosten, Mindest-KöSt von €500 pro Jahr, weniger Flexibilität bei Privatentnahmen und mehr Verwaltungsaufwand. Gewinne sind in der GmbH gebunden – bei Ausschüttung fällt KESt an.
Was kostet eine GmbH-Gründung in Österreich?
Das Mindeststammkapital beträgt seit 2024 €10.000, davon sind mindestens €5.000 bar einzuzahlen. Dazu kommen Notar- und Firmenbuchkosten sowie Beratung; insgesamt sind ca. €2.000–3.500 einmalig üblich, je nach Umfang. Laufende Mehrkosten gegenüber dem Einzelunternehmen: ca. €3.000–8.000 pro Jahr für Jahresabschluss und Beratung.
Wann lohnt sich eine Holding-Struktur in Österreich?
Eine Holding (Muttergesellschaft hält Anteile an einer operativen GmbH) ist interessant, wenn Sie Gewinne steuerneutral innerhalb der Gruppe verschieben wollen (Beteiligungserträge sind nach § 10 KStG von der KöSt befreit), Vermögen von operativen Risiken trennen oder eine spätere Übertragung planen. Sie verursacht zusätzliche Gründungs- und Verwaltungskosten.
Quellen & Stand
Rechtsgrundlage: § 22 KStG (KöSt 23 %), § 24 Abs. 4 KStG (Mindest-KöSt), § 27a EStG (KESt 27,5 %), § 33 EStG
- Unternehmensserviceportal (USP)
- Unternehmensserviceportal: Tarifstufen der Einkommensteuer
- Bundesministerium für Finanzen
- Rechtsinformationssystem des Bundes (RIS)
Werte 2026, zuletzt geprüft Juli 2026. Richtwerte, keine Steuerberatung.